Aktuelles

Essen auf Rädern - Bericht Bietigheimer Zeitung Nov. 2019


Auslieferung bei Frau Margarete Braun

Karin Maurer auf dem Weg zu Frau Braun


Ziel sind 100 Kunden

Sachsenheim Rund 60 Kunden nutzen bisher das neue Essen auf Rädern der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim. Nach Wunsch der Verantwortlichen sollten es noch mehr sein. Von Michaela Glemser

Sie hat schon auf ihr Mittagessen gewartet, denn heute gibt es Apfelstrudel. Margarete Braun liebt die Süßspeisen des Essen-auf-Rädern-Angebots der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim. „Ich bekomme zweimal in der Woche meinen Mittagstisch von dort. Das Essen schmeckt sehr gut und kommt heiß sowie frisch auf den Tisch“, schildert die 87-Jährige aus Großsachsenheim, die alleine lebt und im Rollstuhl sitzt. Sie freut sich immer, wenn Fahrerin Karin Maurer zur Tür herein kommt, denn meist ergibt sich auch Zeit für einen kurzen Plausch.
„Meine Aufgabe als Fahrerin empfinde ich als sehr bereichernd. Die Menschen freuen sich so, wenn ich mit ihnen spreche oder sie auch einmal kurz in den Arm nehme. Für manche bin ich die einzige Ansprechpartnerin am Tag. Zwar stehe ich auch unter einem gewissen Zeitdruck, aber für ein kurzes persönliches Gespräch sind immer ein paar Minuten da“, erklärt Karin Maurer, die von Anfang an als eine von fünf Fahrern dabei ist.
Im Juli 2018 ist der neue Mittagstisch gestartet. „Wir haben damals den Lieferanten für die Essen gewechselt, um noch individueller auf die Wünsche unserer Kunden eingehen zu können. Wir sind mit acht Kunden gestartet, heute haben wir 60, von denen 15 aus dem Kirbachtal kommen. Unsere Zielvorstellung sind 100 Kunden, damit das Angebot kostendeckend ist“, betont der Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation, Lothar Kämmle. Die Speisen liefert der Branchenriese Apetito aus dem Münsterland. Einmal in der Woche kommen die Gerichte in Großsachsenheim an. Dort werden sie in Tiefkühlschränken aufbewahrt.
Die täglichen Touren mit bis zu 33 warmen Essen werden von Rebekka Reichert durchgeplant. In einer großen Box übernimmt der Fahrer am Morgen alle Gerichte und erhält einen Zeitplan. Im Auslieferungsfahrzeug sind zwei Öfen, in die jeweils bis zu 16 Speisen geschoben werden können. „Es gibt keine lange Warmhaltezeiten, sondern der Fahrer kann die Menüs punktgenau garen“, erläutert Reichert.

Zudem gibt es im Fahrzeug einen Tiefkühlbehälter, denn rund ein Drittel der Kunden gart die Gerichte selbst. In eine spezielle Mikrowelle muss dazu nur der Code des jeweiligen Menüs eingegeben werden. „76 Prozent unserer Kunden sind 80 Jahre und älter“, berichtet Rebekka Reichert. Das Menüangebot von über 200 Gerichten nimmt auch Rücksicht auf spezielle Bedürfnisse wie Diabetes, Unverträglichkeiten oder Schluckbeschwerden.

Mit der Resonanz auf „Essen auf Rädern“ ist der Geschäftsführer der Sozialstation sehr zufrieden. „In einer jüngst durchgeführten Umfrage gaben 66 Prozent der Kunden an, über eine Empfehlung zu uns gekommen zu sein. 100 Prozent lobten die appetitliche Zubereitung der Speisen und 94 Prozent waren mit der Abwechslung der Speisen sehr zufrieden“, freut sich Kämmle, denn: „Auch mit diesem Angebot wollen wir es den Menschen ermöglichen, so lange wie möglich selbständig in ihrem Zuhause zu leben.“

Ist jemand im Krankenhaus oder braucht ein Kunde kurzfristig ein Essen mehr, versucht Rebekka Reichert dies ebenso zu händeln, wie dass Fahrer mit Hausschlüssel auf Kundenwunsch auch direkt in die Wohnung gelangen oder die Gerichte auch noch mundgerecht schneiden. Seniorin Margarete Braun jedenfalls kann den mobilen Mittagstisch nur empfehlen.

Aktuelle Berichte aus dem Einblick

Download
Ein bisschen übers Sterben reden
6761_EvKS_EINBLICK_179_Sozialstationen_A
Adobe Acrobat Dokument 34.9 KB
Download
40 Jahre Kirchliche Sozialstation Sachsenheim
6761_EvKS_EINBLICK_179_Sozialstationen_A
Adobe Acrobat Dokument 301.2 KB
Download
Ehrenamt - genau SIE werden gesucht
6761_EvKS_EINBLICK_179_Sozialstationen_A
Adobe Acrobat Dokument 66.8 KB
Download
Leben im Haus am Sonnenfeld
6761_EvKS_EINBLICK_179_Sozialstationen_A
Adobe Acrobat Dokument 29.5 KB

Außenstelle wird dringend benötigt- Bericht der Sachsenheimer Zeitung vom 27. Juli 2019

© Martin Kalb

Außenstelle wird dringend benötigt

 

Pflege Das Team der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim könnte seine Aufgaben mit einer Dependance im Kirbachtal noch besser erfüllen. Von Michaela Glemser

 

Die Stadt mit ihren sechs Stadtteilen ist eine Flächenstadt. Wer von Großsachsenheim nach Häfnerhaslach im Auto fährt, braucht dafür mindestens 20 Minuten. Dies wird auch den Ambulanten Pflegekräften der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim täglich bewusst, wenn sie von ihrem Standort in der Karl-Heinz-Lüth-Straße in Großsachsenheim zu ihren Patienten ins Kirbachtal fahren.


„Die lange Anfahrtsstrecke ins Kirbachtal macht immerhin 40 Prozent der Arbeitszeit der betroffenen Pflegefachkraft aus. In Groß- und Kleinsachsenheim dagegen liegt dieser Anteil lediglich bei 20 bis 25 Prozent“, erklärt Lothar Kämmle, Geschäftsführer der Sozialstation. Mit einer Außenstelle im Kirbachtal könnte die Fahrstrecke verkürzt werden. So bliebe mehr Zeit für die Pflege. „Eine solche Außenstelle, beispielsweise in Hohenhaslach, mit unserem Kooperationspartner, der Evangelischen Altenheimat, muss natürlich auch wirtschaftlich agieren können. Daher brauchen wir ein Konzept in Verbindung mit Betreutem Wohnen oder auch einer Kurzzeit- oder Tagespflege“, betont Kämmle, „denn in diesem Bereich ist der Bedarf auch im Kirbachtal groß.“ Genau ein solches kombiniertes Seniorenzentrum, ähnlich wie es jüngst in Großsachsenheim eröffnet wurde, ist aktuell in Planung.

 

An Werktagen fahren die Pflegekräfte der Sozialstation drei- bis viermal täglich zu ihren Patienten ins Kirbachtal. Die Kosten dafür sind rein aus betriebswirtschaftlicher Sicht mit der Fahrkostenpauschale, die die Patienten zahlen, nicht abgedeckt. „Eigentlich entsteht dadurch ein Abmangel, den wir aber mit einem Plus an anderer Stelle wieder kompensieren, denn seit 2015 wirtschaften wir ohne Defizit“, erläutert Kämmle. Er ist davon überzeugt, dass dies auch weiterhin gelingen wird. „Dennoch wäre natürlich mit einer Außenstelle vor Ort im Kirbachtal vieles einfacher. Auch für unsere Mitarbeiter, die in Hohenhaslach, Häfnerhaslach, Ochsenbach oder Spielberg wohnen und nicht erst jeden Morgen nach Großsachsenheim zu unserem Standort fahren müssten, um die Dienstfahrzeuge abzuholen“, schildert Kämmle, der sich von einer Außenstelle auch mehr Attraktivität für die Anwerbung neuer Mitarbeiter aus dem Kirbachtal verspricht.

 

Aktuell kommen 25 Prozent der Patienten aus dem Kirbachtal. 22 Prozent der Menschen, die Hilfe im hauswirtschaftlichen Bereich von der Sozialstation in Anspruch nehmen, wohnen ebenfalls in Hohenhaslach, Ochsenbach und Co.. Die Kunden, die das „Essen auf Rädern“-Angebot der Sozialstation nutzen, kommen zu 29 Prozent aus dem Kirbachtal. Warmes Essen wird nur bis Ochsenbach geliefert. Kunden in Häfnerhaslach können Tiefkühlgerichte in einer speziellen Mikrowelle fertig kochen.


Ehrenamt auf dem Land höher

„Egal ob im Kirbachtal oder in Groß- oder Kleinsachsenheim: Die Menschen wollen möglichst lange selbständig zu Hause leben können. In ländlichen Bereichen ist dies mit der Unterstützung der Familienangehörigen und eventuell unserer Hilfe vielleicht etwas länger möglich als in städtischen Gebieten, wo viele Senioren doch auch alleine ohne Familienanschluss wohnen,“ ist Kämmles Eindruck. Auch die Bereitschaft zum Ehrenamt, gerade im Bereich der Seniorenbetreuung, sei in ländlicheren Regionen wie dem Kirbachtal eher vorhanden. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass wir mit den Kirchen vor Ort und Ehrenamtlichen auch im Kirbachtal eine Demenzgruppe ähnlich wie in Großsachsenheim einrichten. Der Bedarf ist sicherlich vorhanden.“

 
Pro Tour versorgen die Pflegefachkräfte rund 17 bis 30 Patienten. Passiert auf der Fahrt etwas Unvorhergesehenes, entscheidet die Pflegedienstleitung, ob ein Ersatzfahrzeug geschickt wird. Die Patienten werden über eine eventuelle Zeitverzögerung benachrichtigt.

 

Bericht in der Sachsenheimer Zeitung 2. Juli 2019

Wir sind umgezogen:

Ab heute - 28. Dezember 2018 - haben wir eine neue Telefonnummer: 07147/96799 30

Fax-Nummer:    07147/96799 39

neue Adresse: Karl-Heinz-Lüth-Strasse 4

74343 Sachsenheim

Neue Heimat für Pflegebedürftige - 17.11.2018


© Foto: MARTIN KALB

Von links: Lothar Kämmle, Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation, Dr. Inge Deborre von der Evangelischen Altenheimat, Adriane Gunzer vom Bauträger FWD, Gabriele Blume, Vorstandmitglied Altenheimat, und Heimleiterin Patricia O`Rourke begutachten die noch leeren Räume des Pflegeheims in Großsachsenheim.

© Foto: MARTIN KALB

Das neue Pflegeheim bildet den mittleren Teil des Drei-Gebäude-Komplexes Haus am Sonnenfeld.


Die meisten der Wohnungen im Betreuten Wohnen im Haus am Sonnenfeld in Großsachsenheim sind bereits verkauft oder gar bezogen. Noch dürften sich die Bewohner aber ein wenig einsam fühlen. Das ändert sich jetzt. Denn schon in gut einer Woche werden die ersten Bewohner in das Pflegeheim des Drei-Gebäude-Komplexes in der Karl-Heinz-Lüth-Straße 4-8 einziehen. Dort gibt es ambulante und stationäre Pflege an einem Standort (die BZ berichtete). An diesem Samstag gibt es einen Tag der offenen Tür.

Aktuell wird noch kräftig gearbeitet, vor allem im vordersten Teil des Gebäudes, in den nach Weihnachten die Kirchliche Sozialstation mit ihrem ambulanten Pflegedienst einziehen soll. Direkt nebenan werden sich in den kommenden Tagen die ersten Bewohner des Pflegeheims niederlassen. Schon ab Montag sind die Mitarbeiter vor Ort, eine Woche später ziehen dann, Stand jetzt, sechs Pflegebedürftige ein. „Bis Ende des Jahres wollen wir 25 bis 30 Betten bezogen haben“, sagt die Leiterin des Pflegeheims, Patricia O’Rourke.

 

Ein Standort für alles

Sind alle Parteien schließlich eingezogen, bilden das stationäre Pflegeheim, das Betreute Wohnen und die ambulante Kirchliche Sozialstation, die zudem ein Betreutes Wohnen Plus für Menschen, die weniger selbstständig agieren können, ein Gesamtpflegekonstrukt. „Eine Kooperation mit Sozialstationen gibt es auch an anderen Standorten. Aber dass alles unter einem Dach ist, gibt es in dieser Form gar nicht“, ist Gabriele Blume, Geschäftsführerin des Betreibers Evangelische Altenheimat, stolz.

Die 60 Einzelzimmer des Pflegeheims sind auf vier Stockwerke verteilt. Im Erdgeschoss wird es eine Demenz-Gruppe geben. Die Zimmer sind wohnlich gestaltet, erinnern nicht unbedingt an ein Heim. Auf jeder Etage gibt es offen gestaltete Gemeinschaftsräume, die ebenfalls möglichst heimelig eingerichtet sind.

Das Angebot des Hauses am Sonnenfeld richtet sich vor allem an Sachsenheimer. Bei den Bewohnern des Pflegeheims, die schon feststehen, so Leiterin O’Rourke, sei dies auch fast ausschließlich der Fall. „Das sind überwiegend Angehörige von Sachsenheimern, die bisher in Einrichtungen weiter weg untergebracht waren“, erklärt sie.

Für Lothar Kämmle, Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation, sind die Plätze zunächst auch eine Erleichterung. „Wir haben in der ambulanten Pflege jeden Tag Menschen, die eine stationäre Betreuung brauchen und die wir nicht unterkriegen. Am Anfang ist das natürlich eine tolle Situation für uns, die Leute direkt hier unterbringen zu können. Aber irgendwann wird auch hier der Tag X kommen, an dem die 60 Plätze belegt sind. Allein in Sachseheim fehlen nach aktuellen Berechnungen aktuell knapp 200 Pflegeplätze.

Was Personal angeht, sei das Heim „zum Start gut aufgestellt“, betont O’Rourke. Ab Januar wird zusätzliches Personal benötigt. Die Kirchliche Sozialstation wurde für ihren Teil des Gebäudes von der BZ-Aktion Menschen in Not mit 30 000 Euro unterstützt.

Info An diesem Samstag, 17. November, von 13 bis 17 Uhr, findet im Pflegeheim ein Tag der offenen Tür statt. Besucher erhalten eine Hausführung und können sich an Ständen informieren. Ebenfalls wird es einen Einblick ins betreute Wohnen geben. Drei Wohnungen sind hier noch verfügbar. Auch an Ausbildung und Mitarbeit Interessierte sind willkommen. Die offizielle Einweihung des Hauses am Sonnenfeld ist am 23. März.

 

Das kostet die Pflege im Großsachsenheimer Pflegeheim

3000 Euro Eigenanteil müssen Bewohner des Pflegeheims der Pflegegrade 2 bis 4 zahlen oder Angehörige pro Monat aufbringen.

3500 Euro beträgt der monatliche Eigenanteil für Bewohner des Pflegegrads 1, da es hier keinen Zuschuss der Pflegekasse gibt.

Dies sei, so Gabriele Blume, Geschäftsführerin der Evangelischen Altenheimat, ein wenig mehr als in umliegenden, älteren Heimen. Denn seit 2000 gibt es keine staatliche Förderung mehr für die Investitionskosten, die für die Instandhaltung der Räumlichkeiten veranschlagt werden. Dafür liege man mit dem Schlüssel fürs Pflegepersonal nicht am oberen Limit. msc

Download
Neue Konzepte
Wie entwickelt sich das Zusammenleben und die Betreuung von Senioren weiter?
LKZ 24-250318 Senioren-WG.pdf
Adobe Acrobat Dokument 191.9 KB