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Leben im Haus am Sonnenfeld
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Außenstelle wird dringend benötigt- Bericht der Sachsenheimer Zeitung vom 27. Juli 2019

© Martin Kalb

Außenstelle wird dringend benötigt

 

Pflege Das Team der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim könnte seine Aufgaben mit einer Dependance im Kirbachtal noch besser erfüllen. Von Michaela Glemser

 

Die Stadt mit ihren sechs Stadtteilen ist eine Flächenstadt. Wer von Großsachsenheim nach Häfnerhaslach im Auto fährt, braucht dafür mindestens 20 Minuten. Dies wird auch den Ambulanten Pflegekräften der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim täglich bewusst, wenn sie von ihrem Standort in der Karl-Heinz-Lüth-Straße in Großsachsenheim zu ihren Patienten ins Kirbachtal fahren.


„Die lange Anfahrtsstrecke ins Kirbachtal macht immerhin 40 Prozent der Arbeitszeit der betroffenen Pflegefachkraft aus. In Groß- und Kleinsachsenheim dagegen liegt dieser Anteil lediglich bei 20 bis 25 Prozent“, erklärt Lothar Kämmle, Geschäftsführer der Sozialstation. Mit einer Außenstelle im Kirbachtal könnte die Fahrstrecke verkürzt werden. So bliebe mehr Zeit für die Pflege. „Eine solche Außenstelle, beispielsweise in Hohenhaslach, mit unserem Kooperationspartner, der Evangelischen Altenheimat, muss natürlich auch wirtschaftlich agieren können. Daher brauchen wir ein Konzept in Verbindung mit Betreutem Wohnen oder auch einer Kurzzeit- oder Tagespflege“, betont Kämmle, „denn in diesem Bereich ist der Bedarf auch im Kirbachtal groß.“ Genau ein solches kombiniertes Seniorenzentrum, ähnlich wie es jüngst in Großsachsenheim eröffnet wurde, ist aktuell in Planung.

 

An Werktagen fahren die Pflegekräfte der Sozialstation drei- bis viermal täglich zu ihren Patienten ins Kirbachtal. Die Kosten dafür sind rein aus betriebswirtschaftlicher Sicht mit der Fahrkostenpauschale, die die Patienten zahlen, nicht abgedeckt. „Eigentlich entsteht dadurch ein Abmangel, den wir aber mit einem Plus an anderer Stelle wieder kompensieren, denn seit 2015 wirtschaften wir ohne Defizit“, erläutert Kämmle. Er ist davon überzeugt, dass dies auch weiterhin gelingen wird. „Dennoch wäre natürlich mit einer Außenstelle vor Ort im Kirbachtal vieles einfacher. Auch für unsere Mitarbeiter, die in Hohenhaslach, Häfnerhaslach, Ochsenbach oder Spielberg wohnen und nicht erst jeden Morgen nach Großsachsenheim zu unserem Standort fahren müssten, um die Dienstfahrzeuge abzuholen“, schildert Kämmle, der sich von einer Außenstelle auch mehr Attraktivität für die Anwerbung neuer Mitarbeiter aus dem Kirbachtal verspricht.

 

Aktuell kommen 25 Prozent der Patienten aus dem Kirbachtal. 22 Prozent der Menschen, die Hilfe im hauswirtschaftlichen Bereich von der Sozialstation in Anspruch nehmen, wohnen ebenfalls in Hohenhaslach, Ochsenbach und Co.. Die Kunden, die das „Essen auf Rädern“-Angebot der Sozialstation nutzen, kommen zu 29 Prozent aus dem Kirbachtal. Warmes Essen wird nur bis Ochsenbach geliefert. Kunden in Häfnerhaslach können Tiefkühlgerichte in einer speziellen Mikrowelle fertig kochen.


Ehrenamt auf dem Land höher

„Egal ob im Kirbachtal oder in Groß- oder Kleinsachsenheim: Die Menschen wollen möglichst lange selbständig zu Hause leben können. In ländlichen Bereichen ist dies mit der Unterstützung der Familienangehörigen und eventuell unserer Hilfe vielleicht etwas länger möglich als in städtischen Gebieten, wo viele Senioren doch auch alleine ohne Familienanschluss wohnen,“ ist Kämmles Eindruck. Auch die Bereitschaft zum Ehrenamt, gerade im Bereich der Seniorenbetreuung, sei in ländlicheren Regionen wie dem Kirbachtal eher vorhanden. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass wir mit den Kirchen vor Ort und Ehrenamtlichen auch im Kirbachtal eine Demenzgruppe ähnlich wie in Großsachsenheim einrichten. Der Bedarf ist sicherlich vorhanden.“

 
Pro Tour versorgen die Pflegefachkräfte rund 17 bis 30 Patienten. Passiert auf der Fahrt etwas Unvorhergesehenes, entscheidet die Pflegedienstleitung, ob ein Ersatzfahrzeug geschickt wird. Die Patienten werden über eine eventuelle Zeitverzögerung benachrichtigt.

 

Bericht in der Sachsenheimer Zeitung 2. Juli 2019

Wir sind umgezogen:

Ab heute - 28. Dezember 2018 - haben wir eine neue Telefonnummer: 07147/96799 30

Fax-Nummer:    07147/96799 39

neue Adresse: Karl-Heinz-Lüth-Strasse 4

74343 Sachsenheim

Neue Heimat für Pflegebedürftige - 17.11.2018


© Foto: MARTIN KALB

Von links: Lothar Kämmle, Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation, Dr. Inge Deborre von der Evangelischen Altenheimat, Adriane Gunzer vom Bauträger FWD, Gabriele Blume, Vorstandmitglied Altenheimat, und Heimleiterin Patricia O`Rourke begutachten die noch leeren Räume des Pflegeheims in Großsachsenheim.

© Foto: MARTIN KALB

Das neue Pflegeheim bildet den mittleren Teil des Drei-Gebäude-Komplexes Haus am Sonnenfeld.


Die meisten der Wohnungen im Betreuten Wohnen im Haus am Sonnenfeld in Großsachsenheim sind bereits verkauft oder gar bezogen. Noch dürften sich die Bewohner aber ein wenig einsam fühlen. Das ändert sich jetzt. Denn schon in gut einer Woche werden die ersten Bewohner in das Pflegeheim des Drei-Gebäude-Komplexes in der Karl-Heinz-Lüth-Straße 4-8 einziehen. Dort gibt es ambulante und stationäre Pflege an einem Standort (die BZ berichtete). An diesem Samstag gibt es einen Tag der offenen Tür.

Aktuell wird noch kräftig gearbeitet, vor allem im vordersten Teil des Gebäudes, in den nach Weihnachten die Kirchliche Sozialstation mit ihrem ambulanten Pflegedienst einziehen soll. Direkt nebenan werden sich in den kommenden Tagen die ersten Bewohner des Pflegeheims niederlassen. Schon ab Montag sind die Mitarbeiter vor Ort, eine Woche später ziehen dann, Stand jetzt, sechs Pflegebedürftige ein. „Bis Ende des Jahres wollen wir 25 bis 30 Betten bezogen haben“, sagt die Leiterin des Pflegeheims, Patricia O’Rourke.

 

Ein Standort für alles

Sind alle Parteien schließlich eingezogen, bilden das stationäre Pflegeheim, das Betreute Wohnen und die ambulante Kirchliche Sozialstation, die zudem ein Betreutes Wohnen Plus für Menschen, die weniger selbstständig agieren können, ein Gesamtpflegekonstrukt. „Eine Kooperation mit Sozialstationen gibt es auch an anderen Standorten. Aber dass alles unter einem Dach ist, gibt es in dieser Form gar nicht“, ist Gabriele Blume, Geschäftsführerin des Betreibers Evangelische Altenheimat, stolz.

Die 60 Einzelzimmer des Pflegeheims sind auf vier Stockwerke verteilt. Im Erdgeschoss wird es eine Demenz-Gruppe geben. Die Zimmer sind wohnlich gestaltet, erinnern nicht unbedingt an ein Heim. Auf jeder Etage gibt es offen gestaltete Gemeinschaftsräume, die ebenfalls möglichst heimelig eingerichtet sind.

Das Angebot des Hauses am Sonnenfeld richtet sich vor allem an Sachsenheimer. Bei den Bewohnern des Pflegeheims, die schon feststehen, so Leiterin O’Rourke, sei dies auch fast ausschließlich der Fall. „Das sind überwiegend Angehörige von Sachsenheimern, die bisher in Einrichtungen weiter weg untergebracht waren“, erklärt sie.

Für Lothar Kämmle, Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation, sind die Plätze zunächst auch eine Erleichterung. „Wir haben in der ambulanten Pflege jeden Tag Menschen, die eine stationäre Betreuung brauchen und die wir nicht unterkriegen. Am Anfang ist das natürlich eine tolle Situation für uns, die Leute direkt hier unterbringen zu können. Aber irgendwann wird auch hier der Tag X kommen, an dem die 60 Plätze belegt sind. Allein in Sachseheim fehlen nach aktuellen Berechnungen aktuell knapp 200 Pflegeplätze.

Was Personal angeht, sei das Heim „zum Start gut aufgestellt“, betont O’Rourke. Ab Januar wird zusätzliches Personal benötigt. Die Kirchliche Sozialstation wurde für ihren Teil des Gebäudes von der BZ-Aktion Menschen in Not mit 30 000 Euro unterstützt.

Info An diesem Samstag, 17. November, von 13 bis 17 Uhr, findet im Pflegeheim ein Tag der offenen Tür statt. Besucher erhalten eine Hausführung und können sich an Ständen informieren. Ebenfalls wird es einen Einblick ins betreute Wohnen geben. Drei Wohnungen sind hier noch verfügbar. Auch an Ausbildung und Mitarbeit Interessierte sind willkommen. Die offizielle Einweihung des Hauses am Sonnenfeld ist am 23. März.

 

Das kostet die Pflege im Großsachsenheimer Pflegeheim

3000 Euro Eigenanteil müssen Bewohner des Pflegeheims der Pflegegrade 2 bis 4 zahlen oder Angehörige pro Monat aufbringen.

3500 Euro beträgt der monatliche Eigenanteil für Bewohner des Pflegegrads 1, da es hier keinen Zuschuss der Pflegekasse gibt.

Dies sei, so Gabriele Blume, Geschäftsführerin der Evangelischen Altenheimat, ein wenig mehr als in umliegenden, älteren Heimen. Denn seit 2000 gibt es keine staatliche Förderung mehr für die Investitionskosten, die für die Instandhaltung der Räumlichkeiten veranschlagt werden. Dafür liege man mit dem Schlüssel fürs Pflegepersonal nicht am oberen Limit. msc

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