Wie funktioniert der hausnotruf?

In der Notrufzentrale in Freiburg werden täglich etwa 700 Notrufe bearbeitet. Dabei handelt es sich um akute Notfälle wie Stürze, Atemnot, Herzbeschwerden etc.,  oder auch sogenannte Proberufe. Diese werden bei der Bereitstellung eines Gerätes beim Teilnehmer durchgeführt, damit ihm der Umgang mit dem Hausnotrufgerät vertraut wird. Ein Großteil der eingehenden Notrufe wird versehentlich ausgelöst, z.B. beim Staubwischen oder versehentlichen Berühren des Funkfingers.

Die Hausnotrufzentrale ist rund um die Uhr besetzt. Ein Notruf wird durch das Drücken des wasserdichten Funkfingers, oder auch Handsender genannt, ausgelöst. Der Teilnehmer trägt diesen Sender entweder als Kette um den Hals oder als Armband. Auch von der roten Taste des Hausnotrufgerätes aus kann ein Notruf ausgelöst werden.

Ein Ruf mitsamt den erforderlichen Angaben erscheint auf dem Computer-Bildschirm in der Notrufzentrale. Der Mitarbeitende nimmt den Notruf entgegen und versucht, einen Sprechkontakt mit dem Notrufenden aufzunehmen. „Guten Tag! Hier ist der Hausnotruf-Dienst. Brauchen Sie Hilfe?“ Der Teilnehmer antwortet: „Ja, ich brauche Hilfe. Ich bin gestürzt, habe mich verletzt und blute. Schicken Sie mir bitte schnell einen Arzt.“ Unverzüglich vermittelt der Disponent in der Notrufzentrale die entsprechende Hilfe.

Der Sprechkontakt über das Notrufgerät erfolgt im Wechselsprechen. Ist kein Sprechkontakt möglich, so versucht der Disponent, den Rufenden über das Telefon zu erreichen. Reagiert der Teilnehmer nicht auf den Anruf, so wird strikt nach dem mit dem Teilnehmer vereinbarten Maßnahmenplan vorgegangen. Ist z.B. ein Nachbar in diesem Plan an erster Stelle eingetragen, so wird dieser auch zuerst angerufen. Bei einem akuten Notfall wird sofort die Rettungsleitstelle verständigt. Auf Wunsch des Teilnehmers weichen wir auch von der vereinbarten Reihenfolge ab.

Wird ein Vertrag mit der Hausnotruf-Dienst GmbH geschlossen, teilt uns der Teilnehmer die erforderlichen Angaben für eine Notrufbearbeitung mit. Dazu gehören seine vollständige Adresse und Telefonnummer sowie Adressen von Bezugspersonen mit den entsprechenden Telefonnummern.

Auch Angaben über lebensbedrohliche Krankheiten und Medikamente (z.B. Blutverdünner) sind von Bedeutung.

Wird am Notrufgerät die Sicherheitsuhr aktiviert, so drückt der Teilnehmer in einem bestimmten Zeitfenster die gelbe Taste auf dem Gerät. Vergisst er dies, so löst das Notrufgerät von selbst einen Notruf aus. Dieser wird wie ein akuter Notruf bearbeitet.

Bei einem akuten Notruf bleibt der Disponent so lange mit dem Hilferufenden über das Notrufgerät in Sprechkontakt, bis Hilfe eingetroffen ist. Der Teilnehmer in seiner Not ist somit nicht allein. Der Disponent wirkt beruhigend auf ihn ein. Wird der Teilnehmer in ein Krankenhaus eingeliefert, verständigt der Mitarbeiter in der Zentrale die Angehörigen.